Eine Hintergrund-Analyse über Kurdistan

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Thema Kurdistan

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Ihr
Thomas H. Stütz

Hier der Beitrag von Journalistenwatch:

Die Wahrheit über Kurdistan!

Eine Hintergrund-Analyse von JouWatch-Experte Thomas H. Stütz

Es gibt mehr als nur Auffälligkeiten in den Medienberichterstattungen zu der aktuellen Krise im Nahen Osten, hier speziell in Sachen IS – Irak – Kurdistan.

Und es stellen sich Fragen über Fragen!

Seit Beginn der IS Bewegung Richtung Kurdistan, wird in den deutschen Medien mit einer Leichtigkeit immer von dem – Irak – der von der IS angegriffen wurde, geredet.

Diese Darstellung stimmt in keinster Weise und entspricht auch nicht der Realität!

Bereits 1970 wurde der nördliche Landstrich des Irak als “Kurdische Autonome Region” bis heute unter dem Einfluss der Familie Barzani stehend, gegründet und 2005 umbenannt in die “Autonome Region Kurdistan”. Bis heute gilt die Familie Barzani hierdurch als das Symbol der Freiheitskämpfer für die Rechte der Kurden und hat uneingeschränkten Einfluss und wird entsprechend verehrt.

Die “Autonome Region Kurdistan” ist bis heute (u. a. auch für weitere finanzielle Beteiligte) ein “Ziehkind” der USA und mit vielen US Milliarden seinerzeit bei der Gründung unterstützt worden, um den Prozess der Autonomie zu beschleunigen. Bis heute ist “Kurdistan” deshalb auch unter US Kontrolle.

Weiterhin bezahlen die Amerikaner Kurdistan jährlich bis zu 6 Mrd. Dollar um sich weiter zu entwickeln und um sich im Norden des Landes auch als Vorzeigemodell, gegenüber dem Irak selbst, massiv abgrenzen zu können.

Für die Kurden gilt seit jeher, dass die Iraker als “Araber – die Gemeingefährlichen” gelten und sie sich deshalb schon immer knallhart und stolz gegenüber dem Irak abgrenzen! Umgekehrt gilt das ebenso.

Auch die Medien hatten in der Vergangenheit in ihren Berichten über diese Region stets eine Abgrenzung zwischen dem Irak und Kurdistan vorgenommen.

Warum also in der IS-Sache nicht mehr? Dies ist schon auffällig.

Sind die Kurden und Al Maliki die Spielbälle der Amerikaner?

Wir wollen nicht vergessen, dass die USA die volle Verantwortung für die “Autonome Region Kurdistan” übernommen hat und sich ihr kein anderer Staat der Welt angeschlossen hat.

Vielleicht muss man sich die Frage stellen, ob die Amerikaner die Kurden und Al Maliki nicht eher als Spielbälle benutzen, um auf die bislang nicht kontrollierten Gebiete um Kirkuk und Mosul (riesige Öllagerstätten) uneingeschränkten Einfluss nehmen zu können.

Man könnte sogar die These vertreten, dass das Vorgehen der IS den Amerikanern, die ja bekanntermaßen ihren Einfluss im Nahen Osten verloren haben, in die Hände spielt. Noch weiter gedacht, könnte man sogar davon ausgehen, dass die Amerikaner folglich auch Einfluss auf die IS und deren Tun haben müssten.

Bevor man diese These verneint, muss man sich folgende Frage stellen: Warum gehen die IS-Truppen bewusst Richtung Kurdistan, nach Mosul, Kirkuk und in die Hauptstadt Erbil, obwohl die Islam-Terroristen genau wissen, dass diese Gebiete fest unter der Kontrolle der Amerikaner und der CIA stehen? Die IS, würde sich doch mit diesem Vorstoß letztlich auf Erbil wissentlich die USA zum Gegner machen. Und das ist eher unwahrscheinlich.

Ich bin mir sicher, dass durch die weiteren täglichen Bewegungen und Aktionen der Akteure, schnell die wahren Zusammenhänge zu Tage treten werden.

Damit nun in diesem aktuellen und speziellen Fall nicht ein falscher Eindruck bezüglich des aktuellen Eingreifens der USA gegen die IS Einheiten entsteht – einige weitere ergänzende Ausführungen:

Die Kluft der Kurden zu Türken und Arabern

Für die Kurden gilt seit jeher, dass nicht nur die Iraker als “Araber” die “Gemeingefährlichen” sind und sie, die Kurden die besseren Menschen sind. Ein ähnliches Verhältnis pflegen die Kurden auch gegenüber der Türkei. Auch hier stehen sich “Erzfeinde” gegenüber. Ein erhebliches und wie es scheint unüberbrückbares historisches Problem, welches sicher auch in naher Zukunft nicht lösbar sein wird. Zu tief sind die Gräben. Allenfalls könnte eine vordergründige fragile Ruhe zwischen den Parteien erreicht werden.

Seit jeher gilt für die Kurden im eigenen Land und auch in Deutschland: “Schuld sind immer die anderen.” Zu tief sitzen hier noch historische Erfahrungen, Ängste und Unsicherheiten aus denen sich entsprechende Erwartungshaltungen gegenüber anderen speisen.

Auch in Deutschland besteht zwischen Kurden und Türken eine unüberwindbare Kluft, die zu offen ausgetragenen Auseinandersetzungen auf unseren Straßen führt.

Die abgrenzende Haltung der Kurden gegenüber anderen ist ein Zündstoff, der speziell im Mittleren und Nahen Osten immer wieder zu massiven Konflikten führte und führen wird.

Die Kurden nahmen in der Vergangenheit zudem sehr viel politischen Einfluss auch über ihre PUK Partei und Dr. Talibani an der politischen Spitze in Irak, der neben Al Maliki die stets Interessen der Kurden direkt in Bagdad vertrat, nicht immer zur Freude des Iraks. Von jeher eine politisch kritische und instabile Situation.

Kurdistan gilt als Vorzeige-Projekt der
Amerikaner

Unabhängig von den ethnisch begründeten Konflikten, sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass direkt hinter der Grenze zum Irak, im Süden Kurdistan, in der Nähe der Städte Kirkuk und Mosul, riesige Ölfelder vorhanden sind, welche die USA und die Kurden schon lange für sich nutzen und beanspruchen wollen. Man spricht hier vom sechst größten Erdölvorkommen der Welt.

Deshalb wird seit Jahren versucht, eine Verschiebung der kurdischen Grenzen nach unten in den Irak hinein, politisch durchzusetzen. Bis heute allerdings vergeblich. Dadurch gelten die beiden Grenzstädte Mosul und Kirkuk immer wieder als massive Krisenherde und werden es weiterhin bleiben.

Seit der Gründung des kurdischen Staates läuft grundsätzlich nichts ohne die Zustimmung der USA! Zudem gilt Kurdistan bis heute als Vorzeige-Projekt der Amerikaner.

Klar ist, dass Kurdistan auch für viele andere Regierungen von Interesse ist und entsprechend deren Geheimdienste vor Ort aktiv sind.

Kurdistan ist aus der Sicht der USA eine gute
Investition!

Durch seine Lage – u.a. direkt an der Grenze zum Iran und Syrien- hat Kurdistan eine besondere geostrategische Bedeutung für die USA. Von daher sind die Milliarden Dollar aus Sicht der USA gut investiert.

Gerade die Hauptstadt Erbil hat sich in den letzten 5 Jahren zu einer modernen Metropole entwickelt und gilt heute mehr denn je als das Handelszentrum der Autonomen Region Kurdistan.

Auch Deutschland ist seit vielen Jahren in Kurdistan aktiv. Insofern sind die Aussagen von Barsani, wie in der deutschen Presse unlängst zu lesen war, in Bezug auf Unterstützung, ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung deutscher Kanzlerin.

Frank Walter Steinmeier in Kurdistan!

Dies erinnert mich allerdings u. a. dann immer wieder an Ereignisse aus 2009, als ich z. Bsp. ca. 14 Tage nach SPD Politiker Frank Walter Steinmeier und einer deutschen Delegation in Kurdistan maßgebliche Politiker traf und mit diesen sprach, die mir hinsichtlich eben genau dem Anlass des Treffens mit der deutschen Delegation / Politik mitteilten, wie es sich denn wirklich verhält und wie man wirklich darüber denkt: Viel Rederei und wenig konkrete Ergebnisse.

Seit vielen Jahren versucht das Auswärtige Amt, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kurdistan zu forcieren. Doch diese gewünschte Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft kam nie richtig in Schwung.

Wer die dortigen Strukturen, das Kurdisch / Irakische Bankensystem / Kurdische Handelssystem und die Denkweise der dortigen Akteure kennt, dem ist klar warum diese Bemühungen bis heute nicht fruchten und die Investitionen weiterhin ein hohes Risiko sind. Denn die Bürgschaften und Versicherungen sind nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind.

Im Gegensatz zu Deutschland hat es die Türkei verstanden, sich in allen Bereichen der Waren- Handels- und Produktion bis hin zur Ölfördertechnik über Billigpreise den kurdischen Markt zu sichern.

Aufgrund des angespannten Verhältnisses zur Türkei, würden die Kurden gerne auf deutsches Know How und Qualität zurückgreifen, doch nicht zu den üblichen Preisen.

Ein gefährliches Spiel mit höchstem Risiko!

Unabhängig von den Versprechungen seitens Kurdistans, die erbrachten Leistungen auch über einen Geldwert (Bezahlung) abzusichern bleibt das Risiko hoch, denn in der Vergangenheit gab es mehr als genug Investoren, die solchen Versicherungen Glauben schenkten und auf die Nase fielen.

Es wird sich nun zeigen, wie weit die USA bereit sind mit ihrem Engagement zu gehen, denn für sie geht es um immense Investitionen und darum ihr strategisches Nah-Ost Territorium nicht zu verlieren. Ein gefährliches Spiel mit höchstem Risiko.

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